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5 Wörter - Eine Szene

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Nona
Gelöschter Benutzer

Re: 5 Wörter - Eine Szene

von Nona am 26.08.2020 10:39

Dreimal ertönt mein Name; immer wieder in anderer Stimmlage. Zuerst ist es ein fröhliches "Marie!", dann ein gelangweiltes "Marie!" und schlussendlich ein wütendes "Marie!". Dreimal klopfe ich auf den hölzernen Tisch zum Takt meines Namens. Die Tür wird eingetreten. "Kommst du endlich?", fragt mich Arthur mit bösem Blick. Schockiert starre ich ihn an; er hatte noch nie meine Tür so doll aufgetreten! Arthur tritt näher an mich heran und klopft mir dreimal auf den Kopf. "Ist da oben etwa nur heiße Luft?" Warum ist er denn so gemein? Was habe ich ihm angetan?

Ich springe urplötzlich vom Stuhl, was Arthur sichtlich erschreckt und er für einige Momente nach hinten stolpert. "Mutter ruft dich, du hast Besuch!", erzählt Arthus diesmal in einer ein wenig gelassenener Stimmlage. Ein Grinsen breitet sich auf meinem Gesicht aus und ich laufe an Arthur vorbei und aus meinem Zimmer; die Treppen springe ich förmlich hinunter und laufe weiter und weiter. Das Haus ist so unendlich groß! Wie können sich Mutter und Vater nie darin verirren? Schon wieder ertönt mein Name, nun aber in einer singenden Stimme. Mein Grinsen hatte anscheinend vorhin nicht sein Maximum erreicht, da es umso größer wird. Meine Beine bewegen sich wie von alleine in die Küche, wo Mutter zusammen mit einem ziemlich alten Mann, dessen Gehstock ziemlich brüchig aussieht, und einem Jungen steht. "Marie! Komm, begrüße Georg und seinen Vater.", sagt sie, bevor sie mich an meinen Schultern packt und mich zu den beiden Herren drückt. Aus meinem Grinsen wurde ein Starren. Ich weiß nicht wieso, aber meine gute Laune scheint wie fort zu sein. Ich murmele ein kurzes "Hallo" gepaart mit einem kurzen Heben meiner rechten Hand und trete dann wieder einige Schritte nach hinten. Mutter sei anscheinend ungeduldig, da sie mir Georg aufzwingt. "Spielt etwas.", sagt sie, "Ich muss noch Dinge mit seinem Vater klären."

Verlegen gehe ich mit großen Schritten aus der Küche und höre, wie Georg dies ebenso tut. Wir gehen in das große, schlecht beleuchtete Wohnzimmer, wo ich zu aller erst mich auf den Boden setze. "Kennst du Graf Dracula?", bricht Georg mit dieser Frage die Stille. Ich schüttele den Kopf. Georg setzt sich neben mich in den Schneidersitz. "Er ist ein Vampir! Weißt du, was ein Vampir ist?" Ich schüttele wieder meinen Kopf und bemerke, dass mein Kopf rot anläuft. Warum weiß er so viel und ich nicht? Das ist einfach nur peinlich! Bin ich so dumm? Ich wische mir kurz über mein Gesicht um drohende Tränen zu vermeiden. Georg steht auf und stellt sich in eine bedrohliche Position - Beine breit, die Arme ganz nach oben gestreckt, seine Finger ausgefahren wie Krallen und sein Gesicht aufgerissen. Er verweilt eine Weile bevor er sich wieder hinsetzt. "So sehen Vampire aus. Sie überfallen dich und trinken dein Blut und dann bist du selbst ein Vampir.", erklärt er sehr sachlich. Schockierend halte ich mir meine Hände vor meinen Mund. "Wie furchtbar! Arthur erzählte mir einmal, dass überfallen Mundraub sei!", erwidere ich in einem immer noch schockierten Tonfall. Georg fängt an lauthals zu lachen. "Nein, nein! Vampire sind keine Diebe, sie würden so etwas nie tun."

Arthur kommt in das Wohnzimmer hinein. "Wollt ihr was spielen?", fragt er. Wie kann er es wagen mich so zu behandeln und mich dann zum Spielen zwingen! Ich schaue Georg an, der schnell nickt und aufspringt. Noch ein Verräter in diesem Hause, der Tag kann ja nur gut werden. Arthur und Georg laufen aus dem Wohnzimmer und hinauf die Treppen, welches ich ihnen gleich tat. Gemeinsam machen wir uns auf dem Weg ins Schlafzimmer meiner Eltern. Arthur reißt den Kleiderschrank auf und tausende von Kleidungsstücken fallen hinaus. Mutter schreit uns immer an, dass wir ordentlich sein sollen, aber selbst ist sie eine unordentliche Kuh! 

Georg greift sich ein übergroßes Hemd von Vater und zieht es an. Ich krame durch den Kleiderhaufen und nehme ein beiges, mir definitiv viel zu großes Kleid hinaus, welches ich mir über meinen Körper ziehe. Zudem finde ich noch silberne Samthandschuhe, die hier und da einige Löcher haben. Auch Arthur hat sich in Vaters Kleidung fein gemacht - auch wenn ihm die Kleidung viel zu groß ist sieht er ganz gut aus, genau wie Georg. Ein Kinderlied aus der Schule schleicht sich langsam in meine Gedanken hinein. Das Kinderlied wächst und wächst bis es meinen ganzen Kopf in seinem Griff hat. Meine Instinkte überkommen mich und ich fange lauthals an das Lied zu singen. Zuerst waren Georg und Arthur verblüfft und schockiert, doch da sie selbst auch auf der Schule sind und das Lied ebenso häufig wie ich bei Frau Schmied singen müssen, tun sie es mir gleich und singen - oder in Arthurs Fall krächzen - das Kinderlied. Gemeinsam tanzen wir in übergroßer Kleidung im kleinen Zimmer meiner Eltern, fallen immer wieder hin, da einer von uns über die Kleidung des jeweils anderen stolpert. "Meine Tante Annette besitzt einen Tanzsaal.", erwähnt Georg zwischen Singen und Tanzen und völlig außer Atem. "Wir können morgen hin.", fügt er noch hinzu. Arthur und ich fangen an, noch lauter zu singen. "Ja!", brüllt Arthur schließlich. Er bleibt stehen und hört auf zu singen und nach einigen Momenten tun Georg und ich dies auch. "Ja!", sagt Arthur noch einmal, diesmal ruhiger und mit rotem Kopf.

Die Worte: Zimt, Vietnam, Bibliothek, Kaktus, Zaun

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Tauron

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Re: 5 Wörter - Eine Szene

von Tauron am 17.07.2020 13:49

Mit einem leisen Schnaufen stieß ich die Luft aus der Nase, als ich mich in den Ratan-Korbsessel sinken ließ. Hier, auf der Veranda hinter dem Bambusgeländer war mein Ruhepol. Besonders zu so früher Stunde, wenn mein Blick auf die Ölpalm-Plantage fiel und ich an meinem morgentlichen Grüntee nippte. Fast mein kommplettes Landhaus bestand aus Bambus. Das Dach war mit Palmwedeln gedeckt und die Möbel ebenfalls überwiegend aus Bambus und Ratan. Ich nahm noch einen Schluck vom grünen Sencha und sofort verspürte ich ein Gefühl innerer Harmonie. Nun war ich bereit für das Frühstück, dass im Kühlschrank bereits auf mich wartete. Ich ging zur Küche, sagte dem Geko, der im Haus zwecks Fliegenfangen lebte, ein kurzes Hallo und öffnete den Kühlschrank. Und da stand sie, die Schüssel mit Drachenfrucht-Püree. Vorsichtig nachm ich die kühle Köstlichkeit heraus und begab mich wieder auf meinen Lieblingsplatz. Gedankenverloren löffelte ich das Püree und ließ dabei den Blick über den Rand der Plantage schweifen. Hinter den in Reih und Glied stehenden Palmen begann der Dschungel, in dem die köstliche Frucht des Drachenfrucht-Baumes gedieh. Leider war das Pflücken aber hoch riskant. In dem dichten Urwald lebte ein Tiger, der Fleisch ebenso gern aß wie ich die Drachenfrucht. Ziegen, die sich zum Weiden in den Dschungel verliefen, wurden nie mehr gesehen und auch Menschen wurden nicht verschmäht. Wenigstens ein Mal im Monat wurde jemand aus dem Dorf vermisst. Suchtrupps fanden dann immer nur, wie an einem roten Faden, mehrere Stellen von niedergewalztem, blutverschmiertem Gras, mal mit Knochenresten von Wildtieren, Ziegen...und den vermissten Menschen. Ich fragte mich, wen ich von den Dörflern wohl noch mit Geld überreden konnte, mir meine nächste Drachenfrucht-Mahlzeit zu besorgen. Dieser mistige Tiger, dachte ich. Obwohl, das Katzentier aß halt genauso gern einen Leckerbissen wie ich.

Graf, Mundraub, Gehstock, Samthandschuhe, Tanzsaal

Fanuilos, le linnathon
Immerweiße, zu Dir singen- werde- ich
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satyros

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Re: 5 Wörter - Eine Szene

von satyros am 15.07.2020 12:47

Feuchter Tau perlte von den zarten grünen Blättern der mächtigen Eiche, die ihr knorriges Astwerk wie ein wirres Geflecht aus dicken verdrehten Gliedmaßen von sich streckte. Fast reichten die dünnen Zweige an die Fenster ihres Krankenzimmers heran, fast konnte sie sie bereits über das Glas kratzen hören, wenn der Wind durch das Blattwerk fuhr und an ihnen zerrte.
Der Tagesanbruch wurde von einem schillernden Wolkenmeer aus violetten und roten Farbnuancen angekündigt, die Sonne brach hell durch die prallen grauen Türme hindurch. Wie ein göttliches Zeichen trafen gebündelte Lichtstrahlen auf den kühlen Grund der Erde, die noch ruhte und schlief und sich noch nicht um den Trubel scherte, der bald auf den Straßen dieser Stadt herrschen würde. Denn noch war das Land von einer sanften Stille überzogen, nur zwei kleine Vöglein saßen auf einem der holzigen Arme der Eiche und zwitscherten leise in harmonischer Zweisamkeit ihr Lied.
Das junge Mädchen, das irgendwo zwischen den weichen Laken vergraben und geborgen schlief, schlug nur mühsam die schweren Lider auf, blinzelte sich den Traumsand aus den murmelrunden Augen. Die Regenbogenbaut in ihnen glänzte in einem kristallklaren Blau, ungetrübt, durchscheinend ja tief wie unberührte Bergseen. Das Licht fing sich in ihnen, tauchte ihre linke Gesichtshälfte in ein warmes Leuchten.
Ein erschöpftes Seufzen glitt aus ihrem Mund, als sie sich aufrichtete und die dünnen Beine kurz über der Bettkante baumeln ließ, den schwachen Luftzug auf ihrer nackten Haut genoss, den sie mit ihren kreisenden Bewegungen aufwirbelte. Doch als sie den Kopf hob und dem Sonnenaufgang entgegenblickte, wurde ihr Herz ganz schwer, ihre Kehle zog sich schmerzhaft zusammen.
Auf leisen Sohlen tapste sie an das Glas, das sie vor der Außenwelt abschirmte, trat ganz dicht heran und hauchte ihrem heißen Atem auf die kalte Scheibe, dass diese sich beschlug und von einem trüben Dunst überzogen wurde. Sie hob die Hand, reckte die zitternden Fingerspitzen in die Höhe und zeichnete die wage Silhouette eines Mannes in den feuchten Nebel ihrer Lungen. Leise quietschte es unter ihren Fingern, als sie ihr Werk schwach lächelnd vollendete.
Ihr Blick wanderte weiter, weg von ihrer kindlichen Skizze, hinab in die Tiefe, die nur einen Schritt vor ihr klaffte, wäre nicht das Fenster zwischen ihnen.
Mit fest aufeinandergepressten Lippen legte sie nun die Handfläche auf das Abbild des Mannes, was sich bereits wieder verflüchtigte.
Die Zeit verrinnt. Wirst du es schaffen, mich rechtzeitig zu finden? Werden wir es denn noch schaffen – wird es uns vergönnt sein – ein letztes Treffen?

Grüntee - Harmonie - Drachenfrucht-Püree - Faden - Tiger

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.07.2020 13:03.

Tauron

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Re: 5 Wörter - Eine Szene

von Tauron am 14.07.2020 19:06

Ganz in Gedanken stand ich hinter dem Küchenfenster an der Arbeitsplatte und füllte die Apfel-Schnitze in die Multifunktions-Küchenmaschine mit dem wohlklingenden Namen Thermomix. Nach dem letzten Stückchen machte ich den Deckel drauf und betätigte den Schalter. Was freute ich mich schon auf meinen frischen Apfelmus. Nun ja, von nichts bekam man halt keinen Waschbrettbauch und nach dem mein prüfender Blick mir bestätigte, dass die Mus-Konsistenz nun genau richtig ist, drückte ich auf Aus. Das melodische Summen der Maschine verstummte und während ich mich zur Hänge-Vitrine wandte, fiel mein Blick aus dem Fenster in den Garten. Für einen Moment erstarrte ich und mir war für eine Sekunde nicht so recht klar, was ich dort draußen erblickte. Am gestrigen Tag hatte ein Schäfer seine Herde auf die benachbarte Weide getrieben und ich hatte mit vergnügen den Tieren beim friedlichen Grasen zugesehen. Doch was ich jetzt und heute sah, kam einem feindlichen Angriff nahe. Diese Biester von Schafen taten sich doch glatt an meiner Gartenhecke gütlich. Mit einem Ruck drehte ich mich auf dem Absatz um und stürmte aus der Küsche ins Wohnzimmer. Neben dem Fernseher stand noch ein länglicher, trichterförmiger Gegenstand auf der breiteren Öffnung aufrecht. Es handelte sich um eine Vuvuzela, die ich nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika, als Dekoration neben dem TV-Gerät hatte stehen lassen. Mit dieser Tröte bewaffnet lief ich zurück zum Küchenfenster, riss es auf und blies mit aller Kraft hinein. Die Schafe stoben erschreckt blöckend davon und meine Hecke war gerettet. Das wird euch lehren mein Eigentum anzuknabbern!, rief ich, noch etwas außer Atem, hinterher. Doch als ich die Vuvuzela wieder auf ihren Platz bringen wollte, kam ich am Wandspiegel vorbei und was ich darin entdeckte, lies mein Gefühl des Triumphes, ob des Sieges über die übergriffigen Schafe, verfliegen. Durch das heftige hineinblasen in die Vuvusela war meine Vokuhila-Frisur in völlige Unortnung geraten. Na toll, dachte ich. Nun kann ich auch noch einen Termin mit dem Friseur, wegen meinem Nackenspoiler, vereinbaren.

Tau, Tagesanbruch, Tiefe, Treffen, Trubel

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 14.07.2020 19:11.

satyros

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Re: 5 Wörter - Eine Szene

von satyros am 13.07.2020 21:03

"Sir Captain! Soeben wurde das Ziel geortet, der Beamhochapparat wird soeben mit den Ladequallen gefüttert und steht uns in fünfhundertachtunsechzigkommafünf Sekunden zur Verfügung!", dröhnte das monotone Nörgeln seines Beamhochapparatspezialisten mit Ladequallenhandhabungsqualifikation der ersten Güte an Captain Stabilo Boss' Ohren, die dabei nur wild wackelten und kleine Antennen aus ihren Muscheln fuhren die wie die kleinen Räder eines Flugzeuges aussahen. Da brach ein heißerer Lachschwall aus seiner Kehle, der ihn so heftig schüttelte, dass das ganze Ufo im Takt vibrierte und die gezwirbelten Barthaare des Beamhochapparatspezialisten leise aufkreischten, als ein ordentlicher Beschuss Spucketropfen sie dabei tränkte. Mit einem hochnäsigen Lächeln auf den schwulstigen Lippen stemmte der Captain die Hände in die Hüften und zog sich lautstark den Rotz in der Nase hoch, in seinen Augen glomm ein listiges Funkel. Oh, er war ein Fuchs! Ein alter Fuchs, aber der cleverste Mann der im All schwebte.
"Sehr gut, sehr gut! Wo treibt sich der Lumpensack denn diesmal herum?" Ein weiteres dröhnendes Lachen, dass das Herz des Beamhochapparatspezialisten unweigerlich im selben Takt dazu schlagen musste, um überhaupt weiterarbeiten zu können.
"Cape Canaveral, Sir Stabilo Boss Sir!"
Da trat der Captain ans Fenster und rieb sich mit einem diebischen Grinsen die schwitzigen Handflächen, ehe er aus dem kleinen runden Ubootfensterchen starrte, die Erde nur ein kleiner hässlicher Spielball unter ihnen.Da warf er mit einem grellen Aufschrei, dass der Beamhochapparatspezialist aus den Latschen kippte und in die rettende Bewusstlosigkeit abdriftete, die Hände in die Luft und führte einen kleinen Freudentanz auf, dass seine Wampe wabbelte, schwappte, wippte und seine Knie ächzen.
"TAURON! Heute ist der Tag an dem dir deine gerechte Strafe zuteil wird! Die Aliens werden dich und dein kümmerliches Sein aufsaugen, du Krümeln zerbröseln und in die nächstbeste Raumstation am Mond entleeren! Oh ja oh ja!" In völliger Ekstase tippelte er auf seinen Zehenspitzen durch den kleinen Raum, als plötzlich der Lichtschalter betätigt wurde und seine Mutter im Raum stand.
"Hugo, ich hab dir schon vor einer halben Stunde gesagt, dass du schlafen gehen sollst!"
Captain Stabilo Boss sackte betroffen zusammen.
"Ja Mama..."

 

Schafe - Vokuhila - Waschbrettbauch - Thermomix - Apfelmus

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Antworten Zuletzt bearbeitet am 13.07.2020 21:54.

Tauron

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Re: 5 Wörter - Eine Szene

von Tauron am 23.06.2020 18:57

Ich stand an der Schiffsreling und blickte hinaus auf den pazifischen Ozean. Meine Flucht aus Europa war nun schon monatelang her und inzwischen bestimmt dem Detektivbüro, dass für die Firma arbeitet, bekannt geworden. Nicht auszudenken, was diese Leute mit mir anstellen würden, um die Formel, die ich auf die Innenseite meiner Perücke geklebt hatte, in ihren Besitz zu bringen.
Seit ich dem Pharmakonzern auf die Schliche gekommen war, weil ich im Zuge der Überprüfung der jährlichen Ausgabebilanzen, entdeckt hatte, dass er ein schon entwickeltes Impfserum zurückhielt, weil er sein überteuertes Virenhemmer-Medikament, dass eine Linderung aber keine Heilung versprach, weiter verkaufen wollte, hatte ich keine ruhige Minute mehr. Ich hatte mir kurzerhand die Impfformel geklemmt und mich auf die Suche nach einem Labor gemacht. In Europa war aber kein Wissenschaftler tollkühn genug sich mit der Firma anzulegen. Also beschloss ich es in einem kleinen aber feinen Labor inmitten der Südsee zu versuchen.
Die Insel hieß Takka Tukka und war, hoffentlich, weit genug von Europa und der Firma entfernt. Ein Wermuttropfen war für mich, dass es auf diesem Eiland, außerhalb der Hauptstadt, tatsächlich noch Kanibalen geben soll.
Aber wenn ich helfen wollte die Seuche zu besiegen, muss ich wohl dieses Risiko eingehen.


Mond, Raumstation, Elien's, Tauron, Cape Canaveral

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Nursula

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Re: 5 Wörter - Eine Szene

von Nursula am 21.06.2020 17:20

Sie hustete als sie in dem verwitterten Haus die Luke zum Dachboden öffnete. Es war staubig und ganz sicher war hier seit Jahren niemand mehr gewesen. In der Vergangenheit wurde diese Stadtvilla vermutlich von einer jungen Familie mit Kindern bewohnt. Doch seit der großen Seuche, welche die meisten Menschen der Erde hingerafft hatte gab es keine Familien mehr wie man sie kannte. Die junge Frau stieß auf eine Kiste, welche sie mit Mühe aufbrechen musste. Etwas qualm stieg ihr entgegen. Es war kühl. Diese Box war eine Kühlbox. Darin war ein Serum, welches bläulich schimmerte. Könnte es sein, dass...? Gab es noch Hoffnung für die Menschen? Von nun an war es ihr Schicksal dieses Serum an den geeigneten Ort zu bringen.


Schiff - Ozean - Kanibalen - Flucht - Labor 


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Tauron

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Re: 5 Wörter - Eine Szene

von Tauron am 21.06.2020 15:18

Nervös sah ich auf die Uhr. Ich musste mich beeilen, wenn ich noch vor der Rush Hour die Stadt durchqueren wollte. Also eilte ich zum Auto und steuerte die Auffahrt zur Stadtautobahn an. Ich fühlte mich in dem Gewühl dieses Molochs, was sich Stadt nannte, immer unwohl. Wie sehr wünschte ich mir schon zu Hause zu sein. Seit ich in mein Nostalgie geladenes Fachwerkhaus am Stadtrand gezogen war, ging es meinen strapazierten Nerven wesentlich besser. Was für ein Glücksfall für mich, dass der vorherige Bewohner sich verdünnisiert hatte. Obwohl, sein plötzliches Verschwinden war schon etwas Mysteriös. Eines Tages soll er einfach weg gewesen sein. Nach sieben Jahren wurde er offiziell für Tot erklärt und die Erben hatten das so romantisch im Grünen gelegene Fachwerkhaus, das mich immer, so oft ich es anschaue, an ein Hexenhaus erinnert, für einen Spottpreis verhökert.
Aber warum nur hatten sie das Haus in solcher Top-Lage so billig verkauft? Fast hatte ich beim Kauf den Eindruck, dass sie froh waren es los zu werden. Merkwürdig!

Schicksal, Hoffnung, Seuche, Vergangenheit, Dachboden

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Hamsterchen

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Re: 5 Wörter - Eine Szene

von Hamsterchen am 19.06.2020 21:36

Manchmal würde Ich gern meine Arbeit aufgeben, nur um mehr mit meiner Familie zusammen zu sein. Zwar kriege Ich oft Urlaubstage, aber trotzdem fehlt mir über die Woche die Zeit mit meinen Kindern. Nachdenklich, so wie Ich halt bin, flog Ich auf meinem Besen durch die Dunkelheit. Okay, mein Mann macht die Arbeit Zuhause und kümmert sich um die Kinder, was eine tolle Sache ist, während Ich das Geld heim bringe. Schliesslich sind Frauen im Hexenbusiness sehr beliebt und als Ich da diesen Job vor einem Jahr angeboten bekommen hatte, konnte Ich einfach nicht ablehnen. Man bot mir mindestens das Doppelte an, was mein Mann damals verdiente. Wer kann da schon 'nein' sagen?
Ich mache mir manchmal einfach zu viele Gedanken - in den Urlaubstagen machen wir immer extra viel zusammen auswärts.
Bevor Ich heim flog, hielt Ich noch kurz an einem Geschäft für Kinderspielzeug um meinem Jüngsten Sohn einen Teddybär mitzubringen. Er hatte eine Latzhose an mit Sternchen aufgedruckt. Der kleine liebt Sternchen so sehr... Ich flog also mit einem Teddy unterm Arm, auf einem Stylischen Besen durch die Dunkelheit unter dem Sternenfinament nach Hause.
Als Ich daheim von meinem Besen abstieg und das Zimmer meiner Kinder aufsuchte, überraschte mich mein Mann - Der dort in dem Bett schlief - zusammengeknautscht mit meinen Kindern. Anscheinend hatten die drei heute zusammen viel unternommen... Schliesslich legte Ich noch den Teddy in die Armen des kleinen, machte meinen Dutt auf und legte mich zu meinem Mann um ein wenig zu träumen.

Stadt - Nostalgie - Uhr - Auto - Mysteriös

"People ask me why I wear veils. I reply, I am mourning. Mourning what? Well I figure something shitty must be going on somewhere."
- Lady Gaga

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Tauron

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Beiträge: 11866

Re: 5 Wörter - Eine Szene

von Tauron am 11.06.2020 19:17

Ich hörte, von der Tür her, ein kratzendes Geräusch. Nach einer Rechtsdrehung des Kopfes erkannte ich die Ursache. Wuffi saß in der Diele hinter der Haustür mit seiner Leine im Maul und schaute abwechselnd, wie der Zuschauer eines Tennisspiels, zu mir ins Arbeitszimmer und zur Haustür, die sich trotz allem kratzen, einfach nicht öffnen wollte. Weiß diese Tülle den nicht, dass es draußen Bindfäden regnet? Der Gedanke bestätigte sich, als ich nach links blickte und die Regentropfen auf der Fensterscheibe sah.
„Zerkratz mir ja nicht die ganze Tür, klar!" Der Ruf war wohl etwas barscher als beabsichtigt ausgefallen, aber dass machte eh keinen Unterschied. Wuffi wusste nun, dass er meine Aufmerksamkeit hatte und der Schwanz wedelte dementsprechend  heftig.
Ich meldete den PC aus dem Internet ab und stand, mit einem Seufzen, auf. An der Gaderobe holte ich die Öljacke vom Hacken und angelte den Südwester (Fischereihut aus Gummi) vom Hacken. Nun fehlten nur noch die Gummistiefel. Während Wuffi mich aufmerksam ansah, konnte ich mir eine gehässige Bemerkung nicht verkneifen. „Du hast keine so chice Regenjacke und wirst nun Pudelnass, hä, hä, hä!" Der Hund verstand natürlich nicht die Anspielung auf seine Rasse. Ihm war sowieso nur wichtig, dass nun bald die verdammte Eingangstür aufging. Bevor ich die Türklinke drückte, nahm ich noch den Regenschirm aus dem Ständer. Sicher ist sicher.
Draußen trommelte der Regen auf meinen Hut, den Schirm hatte ich erstmal unter den Arm geklemmt, aber vorsorglich den Jackenkragen hochgestellt.
Wir waren erst so cá zweihundert Meter vom Haus entfernt, als ein freilaufender Dobermann aus einer Seitenstraße um die Ecke kam. Der Anblick des Tieres löste einen regelrechten Schock aus und meine Gesichtsfarbe ähnelte warscheinlich dem weißen Fell meines Pudels.
„Der tut nichts", hörte ich eine Stimme. Der Dobermann, ich und Wuffi waren stehengeblieben und ersterer schaute interessiert zum Pudel. Ich erhob nun den Blick von meinem Gegenüber, den ich wie in Trance angestarrt hatte, was, wie ich als Hundehalter eigentlich wissen müsste, total falsch war. Anstarren gilt unter Hunden als Agression. 
Was ich aber nun sah, war mir schon wesentlich angenehmer. Mit einem Lächeln kam Susi Welch, die Bäckereiverkäuferin im Laden meines Vertrauens und wohnhaft in besagter Querstraße, auf mich zu. „Sie haben doch nicht etwa Angst vor Rufus?"
„Ich...äh...nö, wieso?" „Ach ich hatte kurzfristig den Eindruck!" Das Lächeln von dem Miststück verbreiterte sich zu einem ausgewachsenem Grinsen. „Rufus gehört meinem Bruder, der ist in Urlaub auf Malle und ich hab' seinen Hund in Pflege!"
Plötzlich schaute sie zu Wuffi und rief aus; „oh, der ist ja süüüß!" Im selben Augenblick wurde mir klar, dass hier was geht. 
„Wie lange ist den ihr Bruder noch in Urlaub?" „Er kommt am Sonntag zurück!" Ich rieb mir innerlich die Hände. Ab Montag war Rufus also aus dem Weg. „Ach schon", sagte ich hinterhältig. „Ich hoffe er hatte einen angenehmen Aufenthalt; oh, mir fällt gerade ein, dass mir das Fünfkornbrot langsam aus geht. Ich komme dann mal am Montag im Laden vorbei!" „Gern, und bringen Sie doch ihren Pudel mit!"

Sterne - Wiege - Dunkelheit - Teddybär - Besen

Fanuilos, le linnathon
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